Interview mit SofaDoc-Expertenbeirat Christian Koller.

Welche Bedeutung hat die Videosprechstunde im psychologischen Bereich aus Ihrer juristischen Sicht?

Als Medizinrechtskanzlei beobachten wir seit einem guten Jahr den Trend zur „Online“-Behandlung, insbesondere in Gestalt der Videosprechstunde. Zwar thematisieren die Psychotherapeuten diese neue Behandlungsform schon seit Jahren, Stichwort Modellprojekte. Einen richtigen Schub erlangte das Thema jedoch durch die Hinweise und Erläuterungen zur Fernbehandlung der Bundesärztekammer vom 11.12.2015. Schließlich stellt das Verbot der Fernbehandlung aus juristischer Sicht das größte Hindernis für die Videosprechstunde dar. Mittlerweile hat aber auch der Gesetzgeber die Bedeutung der Videosprechstunde erkannt. So wird zum 01.07.2017 das neue E-Health-Gesetz in Kraft treten, welches sogar die Rechtsgrundlage für die Behandlung von Kassenpatienten via Videosprechstunde schaffen wird.

Was hat Sie bewogen, Mitglied des Experten-Beirats zu werden?

Wurden wir zunächst nur mit der Fragestellung beauftragt, inwieweit das Vorhaben trotz des Fernbehandlungsverbotes zulässig sei, mussten wir Sofadoc sehr schnell mit vielen weiteren speziell medizinrechtlichen Problemen konfrontieren, z.B. Abrechnung, Datenschutz oder Haftung. Ich persönlich hatte jedoch nie den Eindruck, dass sich Sofadoc hiervon beeindrucken ließ. Im Gegenteil: jede Hürde wurde mit einer Leidenschaft und Professionalität genommen, die unheimlich ansteckend war. In einem solchen Team macht man einfach gerne mit.

Was halten Sie davon, dass SofaDoc als Angebot für Selbstzahler gestaltet ist?

Sofadoc macht hier aus der Not eine Tugend. Für die Behandlung von Kassenpatienten fehlt es derzeit noch an einer Rechtsgrundlage. Dies wird sich zwar mit dem Inkraftreten des E-Healthgesetzes teilweise ändern. Jedoch erachte ich es für sinnvoll, auch solchen Therapieansätzen eine attraktive Plattform zu bieten, die dem Betroffenen schon vor dem Eintritt eines krankhaften Zustandes helfen. Hat SofaDoc Erfolg, kann ich mir gut vorstellen, dass die Krankenkassen auf dieses Modell aufmerksam und es als Präventionsleistung anbieten werden.

Was macht SofaDoc aus Ihrer Sicht einzigartig?

Ich bin überzeugt, dass das Angebot von Sofa Doc den berufsrechtlichen Vorgaben entspricht. So erfüllt es beispielsweise auch die Anforderungen für die Digitalisierung der Psychotherapie namhafter Verbände vom 09.06.2016. Insbesondere durch eine Kombination aus Praxisvorstellung, Telefon und Video-Sitzungen werden die Grenzen des Fernbehandlungsverbots nicht überschritten. Hinzu kommt, dass Sofadoc bereits jetzt die technischen Voraussetzungen des E-Health-Gesetzes für die Behandlung von Kassenpatienten erfüllt. Auch wenn sicher noch einige Fragen zu klären sind, bietet Sofadoc somit auch für die Zukunft ein großes Potential.

Wie erachten Sie den Umgang mit Daten/ Datenschutz bei SofaDoc

Der Umgang mit gesundheitsbezogenen Daten ist ein sehr sensibles Thema, auch im Falle von reinem nicht medizinischen Coaching. Die Plattform ist dabei so konzipiert, dass ein ausreichender Datenschutz auf allen Ebenen durch eine Vollverschlüsselung erreicht wird. Die direkte Verbindung zwischen Coach bzw. Therapeut und dem Klienten über eine sog. P2P-Verbindung schafft dabei die Sicherheit beim Videogespräch. Alles in allem ist SofaDoc eine sichere Plattform.